Diary of the Dead
Mai 29, 2008
Eines vorweg: Ich bin mit Zombiefilmen aufgewachsen. Bereits im zarten Alter von 7 Jahren gab ich mich Lucio Fulci’s „Ein Zombie hing am Glockenseil“ hin und konnte monatelang nicht ruig schlafen. Unnötig zu erwähnen, dass das Horrorgenre lange Zeit meinen Geschmack im Bezug auf Filme und Lektüre dominiert hat.
George A. Romero’s Filme „Night of the living dead„, „Dawn of the dead“ und „Day of the dead“ waren richtungsweisende Filme, die unzählige Filmemacher beeinflusst haben, ehe so lahme Eier wir „Land of the dead“ und nun eben „Diary of the dead“ nachgeschoben wurden.
Worum geht’s: Eine Reihe Filmstudenten (irgendwelche uninteressanten und unbekannten Nonames) sind gerade dabei, einen billigen Horrorstreifen zu drehen, als um sie herum erneut eine Zombiepidemie ausbricht. Fortan wird ohne Rücksicht alles mit der Kamera für die Nachwelt festgehalten.

Nun, ich behaupte mal einfach, dass sich Herr Romero einfach an Cloverfield orientiert hat, als er das Drehbuch zu Diary geschrieben hat. Ich kann mir gut vorstellen, wie ihm im Kino der Gedanke einschiesst, sowas wie Cloverfield zu machen, nur mit Zombies. Geil! Oder eben auch nicht.

Dass das Resultat wirklich enttäuschend sein wird, wird in den ersten paar Minuten klar. Die Kameraführung ist unter jeder Sau, die Continuity geht ständig baden, die Darsteller bemühen sich verkrampft nicht wie Darsteller auszusehen, ein Skript dürfte es nicht wirklich gegeben haben – die Typen fahren scheinbar wahllos in der Gegend herum, und das 10 kleine Negerlein Prinzip geht hier einfach nicht auf, weil es einem scheissegal ist, ob die Witzfiguren verrecken oder nicht.
Ein oder zwei nette Splattereffekte sind natürlich dabei, aber unterm Strich bietet Diary einfach nix Neues. Und bleibt mir bitte von der Pelle von wegen „sozialkritisch“. Sozialkritisch war es, die Zombies in Dawn of the dead eine shopping mall belagern zu lassen. Diary hingegen ist einfach nur heisse Luft. Wenn überhaupt.
Fazit: Enttäuschende und unnötige Fortsetzung der Zombiereihe von George A. Romero
imdb-Rating: 6,4 – Link

